Category: Kajakkal a Dunán

Ungewöhnliche Experimente auf der Donau

Ungewöhnliche Experimente auf der Donau

Gunnar Stender hat ein Ziel: Er will auf der Donau bis ans Schwarze Meer reisen. Dabei ernährt er sich von dem, was die Natur so hergibt.

Lustige Reisegruppe: Gunnar Stender mit Nutsch und Lola Foto: ig

Lustige Reisegruppe: Gunnar Stender mit Nutsch und Lola Foto: ig

VON ISOLDE STÖCKER-GIETL, MZ 

REGENSBURG. Regen in Regensburg. Keine schöne Aussicht auf den Dom. Die Steinerne Brücke kann man unter der Folie nur erahnen. Der Empfang hätte schöner sein können. Doch Gunnar Stender nimmt es hin. Die Donau ist eben nicht immer schön blau. Seit drei Wochen ist der 29-jährige Student aus Hildesheim in einem Kajak unterwegs. Ein Experiment in vielerlei Hinsicht. Das Paddeln hat er erst kurz vor seiner Abreise eingeübt. Es ist auch die erste Tour, die er ohne Freunde unternimmt. Nur die Hunde Nutsch und Lola begleiten ihn. „Ich genieße das extrem langsame Reisen ganz für mich alleine. Ob Kajak fahren aber wirklich mein Ding ist, das habe ich noch nicht herausgefunden.“

Mit einem Topf kaltem Reis sitzt der Abenteurer am Mittwoch auf einer Bank neben der Historischen Wurstkuchl. Ein Lagerfeuer kann er mitten in der Altstadt nicht machen. So bleibt es eine karge Mahlzeit. „Gestern gab es Muscheln“, erzählt er. Er hat sie in Weltenburg aus dem Sand ausgegraben. Stender ist „Freeganer“. Er versucht seinen Lebensunterhalt unabhängig vom Konsum zu bestreiten. Am Wegerand sammelt er Wildkräuter. „Löwenzahnwurzeln sind sehr schmackhaft, fast wie junge Möhren. Brennnesselspinat ist auch zu empfehlen.“ Aus Protest gegen die Wegwerfgesellschaft ernährt sich der 29-Jährige auch aus Containern, in denen Supermärkte nicht mehr verkaufbare Lebensmittel entsorgen. Fleisch gibt er nur den Hunden zu fressen. „Und selbst da habe ich angesichts der Haltungsbedingungen ein schlechtes Gewissen.“

425 Kilometer sind geschafft

2840 Kilometer ist die Donau von ihrer Quelle in Donaueschingen bis zur Mündung im Schwarzen Meer lang. Diese Strecke hatte sich der Student vorgenommen. 425 Kilometer hat er bis Regensburg schon geschafft. „Das eigentlich geplante Ziel Istanbul werde ich diesmal noch nicht erreichen. Mir läuft die Zeit davon“, sagt der 29-Jährige. Er sei die Tour eher gemütlich angegangen. Deshalb wird er in Linz sein Vorhaben zunächst abbrechen müssen. „Irgendwann hole ich den Rest nach.“ Die Donau fasziniert den Abenteurer. Er hat sie auch schon mit dem Rad erkundet. Auch entlang anderer Flüsse ist er gereist. Er war in vielen Ländern Europas, auch in Island und Australien. Im vergangenen Jahr ist er mit einem Freund, zwei Ziegen und zwei Hunden quer durch Deutschland Richtung Meer gewandert. Auf einer Tour hatte der Student, der in verschiedenen sozialen Einrichtungen gearbeitet hat, auch einen autistischen Jungen dabei. „Eine Herausforderung, die mir sehr viel Spaß gemacht hat. Und eine von vielen Ideen für meine berufliche Zukunft.“

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